Corsair F24 Trimaran ” Piccolino “

Mitsegeln erwünscht !

Mein erster Trimaran

tri-sudsee1.jpgtri-sudsee1-4.jpgBack to the roots ,ist  das Leitmotiv bei diesem Boot.  www.f24piccolino.de

                                                      Das war er, mein erster Trimaran vor ca, 30 Jahren.  Ich kann  nur sagen, es war das Schlüsselerlebnis für diese Art zu segeln . Ich befand mich schon seit längerer Zeit im südlichen Archipel und dachte intensiv daran, die zahlreichen Inseln nicht mehr mit dem zufällig vorbei kommenden Fährschiff zu befahren, sondern so wie der Insulaner mit einer Proa oder mit einem Trimaran. Das Hindernis ,daß sich nun in den Weg stellte, – ich befand mich  in keinem touristisch erschlossenem Inselreich, wo es einfach alles gibt, wenn man nur Dollars genug hat. Gerade weil ich wusste das auf diesen Inseln noch kein Tourismus war ,wollte ich ja unbedingt dort hin. Wie ich diese Inselgruppe  erreicht habe und vor allem mit welcher Art von Schiffen (Seelenverkäufer) , Boote und Umwegen( Grenzstreitigkeiten) wäre für sich schon eine  schöne Erzählung .  Nach vielen Erkundigungen und der Hilfsbereitschaft von  Insulanern die etwas Verständniss für meine Idee auf brachten, gelang es mir auf einer der  Inseln  einen Tri für eine” längere Zeit” zu bekommen .Es war wie schon gesagt, bei den Insulanern nicht so eine Frage der Dollars  ein Boot zu bekommen , sondern das Vertrauen  zu einander spielte dabei eine sehr viel größere Rolle . Ich sollte dem Eigner erst mal zeigen, daß ich auch umgehen konnte mit seinem Tri .Dies bedeute für mich selbstverständlich so zu segeln, als ob der Tri schon immer mir gehörte. Mit viel Gefühl für Rigg und Boot ,nicht ausreizen sondern früh auffieren und das Material schonend segeln. Das machte mir keine Probleme,  diesen Standpunkt vertrat ich damals schon und auch heute noch . Bei diesem Boot ist das aber noch wichtiger, da alles nur durch Seile zusammen gebunden ist (Rigg, Segel- Baum, Amas , Ausleger und Ruder alles  ist am Bootsrumpf angebunden ) (siehe Bild, anklicken und vergrössern) und daher kann schnell etwas reißen oder abbrechen .Ein Schwert hat das Boot auch nicht und somit wenig Führung über den Mittelrumpf ,dafür aber auch fast keinen Tiefgang  .Nur das Ruder ist etwas tiefer im Wasser als der Rumpf . Man glaubt es kaum,  das reicht vollkommen aus mit den beiden Bambusstangen in der Spur zu bleiben .Nur ab und zu unterschneiden die Ausleger . Mit dem Segel kann man die Steuerung bzw.das Ruder das an einem Schnürl aufgehängt ist auch ganz gut unterstützen. Es klappte prima, und nach ein paar Tagen bekam ich den Tri endlich, um damit die vielen Inseln und Korallenriffe besuchen zu können. Die nötigsten Sachen waren schnell gepackt und ab ging es ,von Insel zu Insel und von einem Riff zum anderen. “Die Zeit”, die ich  hatte ,verging ab jetzt plötzlich rasend schnell. Ich hatte fast ein Problem damit, daß morgen auch wieder ein Tag beginnt und damit ein Tag weniger für mich und meiner” Zeit “in dieser herrlichen Insel und Korallenwelt. Diese Gedankengänge habe ich bis heute, glücklicherweise noch ab und zu.

Natürlich hatte ich auch Maske , Schnorchel, und Flossen dabei, denn die Korallenriffe waren hier ja unglaublich schön und voller Leben. Der Tri hat die ganze” Zeit” über wunderbar gehalten und mir eine wunderschöne Insel und Korallenwelt gezeigt. Bei etwas schlechterem Wetter bin ich an eines der Inselufer gesegelt und hab das Boot mit Hilfe von Einheimischen auf  den sicheren Sandstrand gezogen. Nach einer für mich “viel zu kurzen” Aufenthaltszeit  gab ich den Tri wieder an den Vorbesitzer zurück. Da ich schon ” such a loong time ” weg war, glaubte er eigentlich nicht mehr daran, mich und den Tri jemals wieder zu sehen. Er freute sich riesig darüber das bei mir alles ohne Zwischenfälle klappte. So lernte ich mal wieder die Gesetze ?? Der” Zeit” nach Einstein? kennen. Was dem einem zu schnell geht ,geht dem anderen viel zu langsam . Entscheidend dabei ist natürlich der Standpunkt, wo man sich gerade befindet. Ich denke das funktioniert hier auf unserer Erde auch im Kopf, ohne der dazu sehr wichtigen  Lichtgeschwindigkeit. Es war auf jeden Fall eines meiner schönsten Segelerlebnisse, das kann man sich ja selbst sehr gut vorstellen.

Zusätzliche Info !

In der Inselwelt( Celebes-see ,Sulawesi-see , Flores-see ,Banda-see, Molukken, ectr.) werden diese Boote auch als Langfahrt – Lastenboote gebraucht, obwohl viel Gewicht mögen sie ja nicht. Deshalb baut man sie dann wesentlich länger und breiter dazu kommt dann  auch ein starker Motor mit Schraube und eine kleine Kajüte,  das Segeln ist jetzt leider nur noch eine Nebensache .

Die negative Nutzung eines Trimaran !

 In der südlichen See werden diese großen Trimarane gerne aufgerüstet mit allerlei Waffen. Da die Boote fast keinen Tiefgang haben eignen sie sich bestens zur Piraterie in den flachen Korallengewässern mit deren unzähligen Untiefen. Mit damals schon besten Radar ausgerüstet bringen sie eine Kielyacht schnell auf und jagen sie dann mit Gewehr- salven vor sich her in die flacheren Korallenriffe hinein ,wo die Yacht durch ihren  eigenen  Tiefgang schnell aufläuft, oder vorher schon freiwillig   aufstoppt. Dadurch wird das Schiff dann  bequem auf und am Korallenriff,  durch die flachen Rümpfe und den geringeren Tiefgang der Trimarane von den Piraten geentert und ausgeraubt .(Dies läuft leider meist nicht so glimpflich für die Yachtcrew ab. ) Schon zu meiner Zeit wurde das im Süden der Inseln gemacht. Ich wurde diesbezüglich auch gewarnt, machte mir aber keine Sorgen darüber da ich ja nur ein kleines Auslegerboot hatte, auf dem es nichts zu holen gab, und ich hatte damit auch recht behalten. Bestimmt sind mir in einiger Entfernung solche Tris begegnet nur sahen die dann in  mir einen segelnden Insulaner der seine Fischleine mit Hacken hinter seinem kleinen Auslegerboot  zog, sonst nichts. Für mich konnte es gar keine bessere Tarnung  geben. Richtig aufmerksam wurde ich auf diese Geschichten erst als ich ganz unten im südlichsten Teil des Archipels auf einem Fischmarkt plötzlich sehr viele nautische Geräte und andere maritime Gegenstände zum Verkauf sah, man konnte den gebrauchten Zustand der Geräte gut erkennen. Nur woher kamen die alle??? Normalerweise bekam man so weit unten im Süden nicht einmal einen elektrischen Haarföhn  zu kaufen, geschweige denn einen elektrisch beleuchteten Kompass von Plath. Es wurde mir dann aber schnell klar, wie diese Sachen auf den Markt kamen, auf dem eigentlich Fisch der Verkaufsschlager sein sollte. Nebenan im Hafen lagen sehr schöne, große Tris mit Lafetten und Radar ausgerüstet . Anfangs dachte ich  noch an Militär- oder Polizeiboote,doch es waren die Trimarane der Piraten.

Ingenieure des Trimaran ! Polynesier ? oder ! ?

es ist wohl nicht leicht zu beantworten wer diese Idee als erster  in die Welt brachte. Auf jeden Fall ist die Proa und der Trimaran älter als der Einrumpfsegler .

Der Trimaran vereint die Vorteile, aber auch die Nachteile der pazifischen Proa( Ausleger in Luv und sehr schnell ) und der atlantischen Proa ( Ausleger in Lee ). Aus der Proa wurde später der heutige Katamaran.

Ein Schwert ist nicht vorhanden.Das  Ruder ist sogar leicht vorbalanciert, eigentlich steuert man viel über das Segel ähnlich eines Surfbrett. Vorteil dabei der geringe Tiefgang  und die hohe Geschwindigkeit. Nachteil ! Eine Kennterung ist möglich,     und zu viel Gewicht aufladen ist auch nicht gut.

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